— beider Basel
Helpline 0848 622 622

Von der Vision zum konkreten Versorgungsmodell

Zwei Jahre lang – von 2010 bis 2012 – arbeitete eine Gruppe engagierter Fachfrauen an der Entwicklung, Realisierung und Finanzierung des neuen Versorgungsmodells Familystart. Wie wir der gemeinsamen Vision Schritt für Schritt näher gekommen sind und wer uns dabei unterstützt hat, schildern wir hier etwas ausführlicher. Auch mit dem Hintergedanken, andere Gruppen zu ermutigen.

Im Jahr 2010 stand die Einführung der Fallpauschalen in Schweizer Spitälern vor der Tür. Würden Wöchnerinnen und Neugeborene bei früher Spitalentlassung noch die nötige Betreuung erhalten? Frei praktizierende Hebammen und die Verantwortlichen der Frauenklinik des Universitätsspitals Basel waren sich einig: Bei der Sicherung der postpartalen Nachbetreuung besteht dringender Handlungsbedarf. Unter der Leitung von Dr. Elisabeth Kurth vom Institut für Hebammen der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften formierten sich frei praktizierende Hebammen zu einem Projektteam: Sie wurden die Kerngruppe von Familystart. Mehr zum Projekt

Bei der Erarbeitung des Konzepts waren folgende Schritte wichtig: Wir erstellten eine Bedürfnisanalyse bei Müttern und Vätern von Säuglingen, denn wir wollten unser zukünftiges Betreuungsangebot an den Bedürfnissen der jungen Familien ausrichten. Wir besuchten verschiedene Hebammenkooperationen – von Hebammennetzwerken bis zu Geburtshäusern – und diskutierten mögliche Organisationsformen an einer Zukunftswerkstatt mit frei praktizierenden Hebammen. Wir befragten Angehörige verschiedener Berufsgruppen innerhalb und ausserhalb des Spitals zu ihrer Sicht der postpartalen Versorgung: Sie betrachteten das Betreuungsangebot als vielfältig, doch als mangelhaft koordiniert. Die Frauenklinik des Universitätsspitals Basel, von Anfang an wichtige Partnerin, lancierte ein «World Café» und einen runden Tisch für Fachpersonen. Um eine kontinuierliche Betreuung zu ermöglichen, verstärkten wir die interprofessionelle Vernetzung und klärten Übergabeprozesse, insbesondere von der Geburtsklinik zur Hebammenbetreuung sowie von der Hebammenbetreuung zur Mütter- und Väterberatung.

Aufgrund dieser Abklärungen und Vorarbeiten entstand das Konzept von Familystart, das wir in eine breite Vernehmlassung schickten und anschliessend verfeinerten. Während des ganzen Prozesses arbeiteten wir eng mit dem Schweizerischen Hebammenverband, Sektion beider Basel, zusammen.

Zur Realisierung von Familystart trugen entscheidend drei Hochschulen bei, die ihr Knowhow in Forschung und Projektmanagement einbrachten: das Institut für Hebammen der ZHAW, das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut in Basel und die Berner Fachhochschule Gesundheit. Sie finanzierten den grössten Teil der wissenschaftlichen Bedarfsanalysen und die Lohnkosten der Projektleitung.

Erfolgsbestimmend war auch die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Frauenklinik des Universitätsspitals Basel. Sie unterschrieben den schweizweit ersten Leistungsvertrag zwischen einer Geburtsklinik und einem Hebammen-Netzwerk und ermöglichten uns dadurch die Lancierung unseres Angebots.

Am 1. November 2012 nahmen wir den Betrieb auf und starteten auch unsere Helpline.

Das Anstrengendste war, nicht mehr durchschlafen zu können. Ich war sehr froh um die Unterstützung der Grosseltern, so dass ich mich zwischendurch erholen konnte.

 

Isabel, Mutter von Sophie, 5 Wochen alt.

Ich habe mich jeden Tag gefreut, wenn die Hebamme klingelte. Meine Fragen mit ihr besprechen zu können, hat mir sehr geholfen.

 

Valerie, Mutter von Joel, 3 Wochen alt.

Ich fühlte mich wie eine Astronautin im luftleeren Raum. Man kann sich noch so gut vorbereiten und Kurse besuchen – doch dann macht es ‹peng› und alles ist neu.

 

Monika, Mutter von Amelie, 2 Wochen alt.

Mit der Zeit pendelte sich alles ein. Wir fanden einen Rhythmus mit dem Baby, und alles wurde einfacher.

 

Martin, Vater von Jonas, 8 Wochen alt.

Information ist wichtig. Sie ist am hilfreichsten, wenn man sie angepasst an die eigene Situation direkt von einer kompetenten Fachperson erhält.

 

Josef, Vater von Felix, 2 Wochen alt.

Wir sind froh, dass sich die Hebamme unser Baby bei jedem Besuch genau anschaut. Das gibt uns die Sicherheit, dass alles okay ist.

 

René, Vater von Raffael, 6 Tage alt.

Ich getraute mich nicht, jemanden um Hilfe zu bitten, weil ich dachte, eine gute Mutter schafft das alleine. Beim nächsten Mal werde ich Unterstützung akzeptieren.

 

Eva, Mutter von Damian, 4 Monate alt.

Manchmal wusste ich nicht weiter und konnte niemanden erreichen. Dann rief ich die Helpline an. Es ist toll, jederzeit eine kompetente Antwort zu erhalten.

 

Susanne, Mutter von Leon, 3 Wochen alt.

Obschon unser Kind gesund war und alles gut lief, merkten wir mehrmals abends um 23 Uhr, dass wir noch nichts gegessen hatten.

 

Julian, Vater von Kim, 1 Woche alt.

Eine Haushaltshilfe wäre super. Jemand, der dafür sorgt, dass die Wäsche sauber ist und wir jeden Tag etwas Warmes zu essen haben.

 

Anna, Mutter von Luca, 8 Tage alt.

Damit ich gut für mein Kind sorgen kann, brauche ich Menschen, die für mein Wohl sorgen. Freunde brachten uns in der ersten Woche jeden Tag eine warme Mahlzeit. Super!

 

Erika, Mutter von Jan, 3 Wochen alt.

Als ich einen Milchstau hatte, gab mir die Hebamme an der Helpline Tipps, wie die Milch wieder ins Fliessen kommt. Es funktionierte sofort.

 

Elena, Mutter von Tim, 2 Wochen alt.

Die Hebamme riet mir, nach der Geburt Ferien zu nehmen. Jetzt habe ich Zeit für mein Kind und meine Frau, und muss nicht an den Job denken.

 

Jonathan, Vater von Manuel, 2 Wochen alt.

Toll, besucht uns die Hebamme bereits in der Schwangerschaft. Sie geht auf unsere Fragen ein und unterstützt uns bei der Vorbereitung auf die Geburt und die Zeit danach.

 

Maria, werdende Mutter

Das Stillen habe ich mir einfacher vorgestellt. Zum Glück werden die Schmerzen beim Ansetzen von Tag zu Tag weniger.

 

Carolina, Mutter von Klara, 10 Tage alt.